Setting USD Gabel in Hawk

  • Hallo,

    gibt es Erfahrungswerte was das Setting für die Hawk von aktuellen USD Gabeln aus Supersportlern angeht?

    Ich kenne mich leider nur mit (closed cartridge) Offroadgabeln aus. Ich habe eine 43 mm KYB Gabel aus einem 1000cc Supersportler. 20 mm open cartridge, 10 mm Kolbenstange. Was mir beim Zerlegen, im Vergleich zu MX Gabeln, aufgefallen ist: sehr lange top out spring, für den Federweg langer hydraulischer Aufschlagdämpfer und v.a. das eigentlich nicht vorhandene midvalve.

    Base valve hat einen 3-Loch Kolben mit 3x1,6mm Bohrungen als Durchflussquerschnitt (sehr wenig)

    2x16.11

    1x15.11

    1x14.11

    1x13.11

    1x12.11

    1x11.15

    2x10.25

    16

    Hätte ich jetzt die Bohrungen auf 2 mm aufgebohrt einen 16er und den 14er shim rausgenommen um die Dämpfung für die Hawk zu reduzieren.

    Zug (3 Loch Kolben mit 3x3mm Bohrung):

    5x16.11

    2x14.11

    2x12.11

    4x9.25

    16

    Federrate wollte ich auf 8.0 N/mm reduzieren und Zug damit auch etwas weicher, 2x16er und einen 14 rausnehmen.


    Jetzt zum Hauptproblem midvalve:

    Das midvalve ist ein reines check valve, Hubhöhe 0,8 mm, allerdings sind nur 3x1,6mm Bohrungen im Kolben.

    Ein normaler Serien kyb midvalve stack in einer offroadgabel (Kolben mit offenem Querschnitt):

    6x20.11

    1x18.11

    1x16.11

    1x14.11

    1x12x11

    11.2

    Mit 0,2 mm float und maximaler Öffnung von 1 mm. Der Kolben ist komplett offen ohne Restriktionen.


    Bin jetzt etwas verloren, weil ich keine Referenzen für Straßengabeln habe.

    Könnte 6 Stück zusätzliche 2 mm Bohrungen in den Kolben für mehr Durchflusspotential zu bohren und einen MX ähnlichen Shimstack verbauen oder alternativ moderater modifizieren, wie im base valve einfach die Bohrungen auf 2 mm aufbohren um etwas weniger Dämpfung zu haben.

    Kann mir jemand sagen ob so eine midvalve Layout normal für Straßengabeln ist? Es ist ja inaktiv, das meiste Öl wird durch das base valve gedrückt. Wieso sollte ich darauf verzichten? In Offroad Gabel ist das midvalve der größte Hebel für ein gutes Setting. Was sind eure Midvalve settings die für die Hawk gut funktionieren?

  • Alter, was ist denn das für ne Arbeitsumgebung für Umbauten an den Dämpfersystem... das ist ja gruselig.


    Bevor ich dir was dazu sagen könnte hätte ich gern erstmal die genaue Angabe des Ausgangsmodells:

    Von welchen Moped, welche Federrate, welches Öl, welche Luftkammer.

    Außerdem wäre ein Bild des Midvalves hilfreich...

    Nur die völlig unmaßgebliche Meinung eines alternden Eklektikers....
    "Wadenbeissen" sagt etwas über die tatsächlichen oder gefühlten Größenverhältnisse der Beteiligten aus.. to whom it may concern

  • Ja, müsste mal wieder aufräumen.


    ZX10R 2004, 9,5 N/mm, 105 mm Luftkammer, Öl riecht und fließt wie KYB 02M (ca. 16 cSt), habs aber nicht befüllt, Gebrauchtkauf, sah aber ungeöffnet aus.


    Basevalve links (3x1,6mm), rechts daneben, midvalve Seite des Zugstufenkolbens (3x1,6mm). Das Einzelbild ist die Zugseite des Zugstufenkolbens (3x3mm)

  • Habe Settingslisten von KTM gefunden die Anhaltspunkte geben. Einmal Superduke 1290 und einmal Duke690R. Gleiche Cartridge, gleiche Kolben. Beides Straßenmotorräder. Der Unterschied zwischen 170 PS und 70 PS ist ja das was mich interessiert.

    Das Setting ist eher wie ich erwartet habe. Freie Kolbenquerschnitte mit höheren Shim stacks und komplexere midvalves. Der Hauptunterschied ist im midvalve. Base valve hat nur einen 18er bleed shim mehr, was ein paar Klicks mehr Öffnung am Comp Einsteller entsprechen dürfte und vielleicht etwas mehr Highspeed. Ein Holm hat Zug und Highspeed Druck, der andere hat den Kolben anders rum eingebaut und nur Druckstufe (vorwiegend low und mid) ohne float.

    0,8 mm float mit 4x20.1 vs. 0,3 mm float 7x20.1 und 2x18.1 ist viel Unterschied. 690er high speed midvalve mit 0,8 mm float wird erst ab wesentlich höheren Kolbengeschwindigkeiten aktiv und ist dann deutlich weicher. Das fest geklemmte midvalve im anderen Kolben hat eine 20.1 und 18.1 Platte mehr in der 1290 Superduke und kann sich weniger aufbiegen (also mehr high speed), eine 8,5.3 weniger vor dem 16er Anschlag.

    Den Unterschied im Zug zwischen 9,5 N/mm und 6,5 N/mm ist auch deutlich mehr als ich erwartet hatte. 7x20.1 auf 9,5 geklemmt vs 4x20.2 auf 11 geklemmt, bei sonst gleichem Aufbau. 7x0,1mm Federplättchen hat ca. die gleiche Steifigkeit wie 1x0,2mm Plättchen. Spielt wahrscheinlich auch noch rein, dass die 690er Gabel etwas mehr Federweg hat.

  • Sorry, bei so einem System kann ich dir nicht wirklich weiterhelfen, sowas hatte ich nocht nicht auf dem Tisch, da müsste ich mich erstmal reindenken und die Terminologie die du z.T. verwendest ist mir auch nicht vollständig geläufig.

    Aber eins kann ich sagen... selten so räudige Kolben gesehen, Dichtflächen nicht geschiffen, Grate an den Bohrungen, mich schauderts nur.


    Vielleicht hilt dir eine Info noch weiter: Eine serienmässige Hawk verträgt an der Gabel nur wenig Druckstufe, ich nehm die bei meinen Cartridgeumbauten fast bis aufs absolute Minimum zurück.

    Ob sich das allerdings auf dein Vorhaben übertragen lässt, du krempelst das Moped ja fast komplett um, weiß ich natürlich nicht.

    Nur die völlig unmaßgebliche Meinung eines alternden Eklektikers....
    "Wadenbeissen" sagt etwas über die tatsächlichen oder gefühlten Größenverhältnisse der Beteiligten aus.. to whom it may concern

  • Habe die Querschnitte auf der Druckseite geöffnet und folgende Federplättchen montiert. Dazu dünneres Stoßdämpferöl verwendet. Mal schaun.

    Midvalve:

    2x17.1

    14.1

    3x11.15

    17.3

    float 1/10


    base:

    16.11

    15.11

    14.11

    12.11

    11.15

    9.2

    10.25

    16.3


    zug:

    3x16.11

    2x14.11

    2x12.11

    1x8.1

    2x9.25

    16.3


    Sehr geringe Druckstufe mit der Hawk Seriengeometrie macht Sinn. Die ist ja was Nachlauf und Lenkkopfwinkel angeht näher am Chopper als am Sportler. Kombiniert mit einem Schwerpunkt und Sitzposition hinter der Mitte und einer eher weichen Stoßdämpferfeder. Macht dynamisch noch mehr Chopper. Wenn dann noch harte Druckstufe dazu käme gehts irgendwann nur noch sehr schwer ums Eck.

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